Nach zwei spannenden Etappen auf unserer Reise entlang der spanischen Küste war es endlich so weit: Die dritte Etappe führte uns nach Calp, ein Küstenort, der mit seinem markanten Felsen, dem Peñón de Ifach, sofort ins Auge sticht.
Die Fahrt dorthin war abwechslungsreich: Mal führte uns der Weg durch hügelige Landschaften mit weiten Ausblicken, mal entlang der Küste mit dem tiefblauen Meer als ständiger Begleiter. Kurz vor Calp tauchte plötzlich der imposante Felsmonolith auf, wie ein natürlicher Leuchtturm, der die Ankunft in der Stadt ankündigt.
Angekommen in Calp, spürte man sofort das mediterrane Flair: enge Gassen, weiße Häuser, Palmen, das Rauschen der Wellen und das Kreischen der Möwen. Unser Hotel lag etwas oberhalb der Stadt.
Nach zwei Etappen voller Erlebnisse kamen wir am Abend endlich in Calp an, oder sagen wir: fast. Kurz vor der Stadt machten wir noch einen letzten Tankstopp, bereit für ein paar entspannte Tage am Meer. Doch es kam anders.
Plötzlich: Leistungsverlust.
Kaum wieder auf der Straße, fuhr das Auto nur noch im Notprogramm. Keine Kraft, kein Zug, dafür umso mehr schwarzer Ruß. Unsere erste Vermutung: Es liegt am Diesel, den wir gerade eben getankt hatten.
Der nächste Morgen begann also nicht am Strand, sondern vor einer VW-Werkstatt. Klar, wir sind in Spanien, aber die Bürokratie fühlt
sich verdächtig nach Schweiz an. Ganze zwei Stunden dauerte es, bis überhaupt jemand den Stecker ins OBD-Auslesegerät steckte. Die Zeit zog sich wie Kaugummi, während wir auf einen simplen
Diagnosebericht warteten.
Ein Tag voller Schrauben, Ruß.
Nachdem wir endlich in der VW-Werkstatt einen Diagnosebericht erhalten hatten, kam die Ernüchterung, aber auch Erleichterung: Es
lag nicht am Diesel, den wir kurz vor Calp getankt hatten. Die Fehlermeldung zeigte: zu wenig Ladedruck vom Turbolader. Immerhin, der Turbo selbst war neu, also konnte es eigentlich nur
irgendwo ein Leck in der Druckstrecke sein.
Zurück im Hotel wurde die Werkstatt kurzerhand auf den Parkplatz verlegt.
Thomas, mit Schraubenschlüssel bewaffnet, machte sich ans Werk. Nachdem das Auto auseinandergenommen war, fand er schließlich den Übeltäter: Ein Dichtungsring vor dem Ladeluftkühler hatte sich still und leise verabschiedet. Gut, dass Thomas an alles denkt und Ersatzmaterial dabei hatte.
Neuer Dichtungsring rein, alles sauber verschraubt, Abdeckung drauf, und los zur Probefahrt.
Doch dann kam sie, die bittere Erkenntnis nach wenigen hundert Metern, immer noch dasselbe Problem. Notprogramm. Kein Ladedruck.
Ruß. Und ein Hauch von Verzweiflung bei mir.
Zurück zum Hotel. Alles wieder auseinander.
Dieses Mal wurde nicht nur der Dichtungsring ersetzt, sondern auch ein Zwischenstück im Ladeluftschlauch ausgetauscht. Noch mehr Werkzeug. Noch mehr Hitze. Noch mehr Öl an den Händen.
Zweite Probefahrt, und siehe da,es läuft.
Endlich genug Schub.Kein Notlauf, kein schwarzer Nebel aus dem Auspuff. Wir hatten’s geschafft.
Fazit des Tages: Statt Strand, Schrauben. Statt Sonnenuntergang, Ölfinger. Aber hey, so ist das eben, wenn man auf Reisen geht,
eine echte Challenge im wahrsten Sinne des Wortes. Und ehrlich gesagt, irgendwie gehört genau das dazu.
Ein letzter Tag in Calp, und der Blick nach vorne.
Nach dem stressigen Schraubertag konnten wir den folgenden Tag endlich so nutzen, wie wir es eigentlich geplant hatten und
entspannen. Ganz nebenbei diente der Ausflug auch gleich als Testfahrt für unseren Golf und ja, es lief alles rund.
Wir nutzten den Tag, um die Umgebung zu erkunden, die Aussicht zu genießen und nochmal tief durchzuatmen, bevor wir
weiterreisen. Am Abend hielten wir es ruhig, ein gemütliches Abendessen und dann ab ins Bett.
Der Wecker war auf 05:30 Uhr gestellt.
Denn vor uns lag die letzte Etappe: fast 700 Kilometer bis Gibraltar.
Mit Vorfreude, ein bisschen Nervenkitzel und der Hoffnung, dass der Golf durchhält, gingen wir schlafen.
Gibraltar, wir kommen!